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Aubergine

                                    

 

Biologie

  • Die Blüte der Aubergine (Solanum melongena) ist zweigeschlechtlich, selbstbefruchtend und nach unten geneigt.
  • Die Blüte produziert keinen Nektar.
  • Die Staubgefäße bilden einen losen Ring um den Stempel, wobei der Stempel den Ring normalerweise knapp überragt. An ihrem äußeren Ende haben sie eine Öffnung.
  • Neben der Selbstbestäubung kann auch eine Kreuzbestäubung stattfinden.
  • Die Bewegung der Blüte ist ausreichend, damit der Pollen aus den Staubgefäßen auf den Stempel fällt. Hummeln hingegen hängen sich an die Blüte, beißen sich mit dem Kiefer am Staubgefäß fest und lassen die Blüte durch Betätigung ihrer Flugmuskeln (ohne Flugbewegung der Flügel) erzittern (so genannte Vibrationsbestäubung, engl. „Buzz Pollination“).
  • Bei feinblütigen Arten sind die hinterlassenen Bissabdrücke an der Verfärbung des Pflanzengewebes erkennbar und können zur Bewertung des Hummelbesuchs und der Bestäubung herangezogen werden.

 

NATUPOL Hummelkasten

  • Weil die Auberginenblüte keinen Nektar produziert, wird der Hummelkasten mit Zuckerlösung geliefert, die für die gesamte Lebensdauer des Hummelvolks ausreichend ist.

 

Einsatzplanung

  • Zur Bestäubung der Aubergine wird normalerweise mit N-Kolonien gearbeitet. Eine N-Kolonie umfasst bei Lieferung zwischen 50 und 60 Arbeiterinnen und hat eine Lebensdauer von 8 bis 12 Wochen.
  • 1 Hummelkasten deckt ein Bestäubungsareal von rund 2.000 m2 ab. Für kleinere Flächen kann nach Rücksprache mit Ihrem Berater ein anderer Kastentyp eingesetzt werden.

 

Aufstellung und Gebrauch

  • Den Hummelkasten 0,5 bis 1 Meter über dem Boden an einem vor Sonneneinstrahlung und Kondens- bzw. Regenwasser geschützten Ort aufstellen. In der Winterperiode kann eine Aufstellung in der Sonne sinnvoll sein. Den Kasten nicht zwischen Blattwerk aufstellen!
  • Etwaige CO2-Zufuhr in unmittelbarer Umgebung des Hummelkastens unterbinden.
  • Der Hummelkasten ist vor eindringenden Ameisen zu schützen.
  • Dem Hummelvolk nach Aufstellung vor dem Öffnen der Ausflugöffnung(en) etwas Zeit (½ - 1 Stunde) zur Beruhigung geben.
  • Die Ausflugöffnung öffnen, wenn die Lüftungsfenster geschlossen sind (später Nachmittag). Hierdurch wird verhindert, dass Hummeln auf ersten Orientierungsflügen das Gewächshaus verlassen und verloren sind.
  • Nach den ersten Orientierungsflügen beginnen die Hummeln sofort mit der Bestäubung der Pflanzen.
  • Sie sind in der Regel vor allem morgens und nachmittags aktiv. Ihre Aktivität ist darüber hinaus vom Blühverhalten der Pflanze abhängig.
  • Hummeln sind bei einer Temperatur von 10 bis 30 Grad Celsius aktiv, idealerweise bei 15 bis 25 Grad.

 

Pflanzenschutz

  • Der kombinierte Einsatz von Hummeln und Nützlingen ist unproblematisch.
  • Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel haben im Allgemeinen eine direkte oder indirekte Wirkung auf Hummeln. Direkt durch das Absterben von Arbeiterinnen und Larven durch Kontakt oder Aufnahme von Mitteln und indirekt, wenn Blüten für Hummeln nach der Behandlung durch ihren Geruch abstoßend sind und nicht mehr besucht werden.
  • Systemische Pflanzenschutzmittel (Mittel, die über die Wurzeln aufgenommen werden) wirken häufig langfristig nach. Produziert die Blüte neben Pollen auch Nektar (zum Beispiel Paprika), kann die schädliche Wirkung noch stärker ausfallen als bei Kulturen, die lediglich Pollen produzieren (zum Beispiel Tomate).
  • Für eine Übersicht über die chemischen Pflanzenschutzmittel, ihre Wirkung und unsere Empfehlungen in Bezug auf den kombinierten Hummeleinsatz verweisen wir auf unsere Online-Datenbank über Seiteneffekte Neveneffectendatabase On-line.
  • Vor der Durchführung von Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen ist in jedem Fall die BEEHOME-Funktion des Hummelkastens zu aktivieren. Mit ihrer Aktivierung können Hummeln in den Kasten EIN-, aber nicht mehr AUSfliegen. Nach ca. 1 Stunde kann der Kasten komplett geschlossen werden, um ihn abzudecken oder aus dem Gewächshaus zu entfernen.
  • Den Hummelkasten bei vorübergehender Entfernung aus dem Gewächshaus vorzugsweise bei einer Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad Celsius zu lagern.
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