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Zucchini

                                    

 male flower                                 female flower

 

Biologie

  • Die Zucchini (Cucurbita pepo) hat männliche und weibliche Blüten (an derselben Pflanze).
  • Beide Blütenarten produzieren Nektar (aber nur die männliche Blüte Pollen).
  • Die Blüten sind ziemlich groß. Jede Blüte blüht nur an einem Tag, über mehrere Stunden. Sie öffnet sich sofort nach Sonnenaufgang.
  • Die Pollenkörner sind relativ groß und leicht klebrig. Die von Blüte zu Blüte fliegenden Hummeln nehmen den Pollen an ihrem Haarkleid mit, verlieren die Pollenkörner allerdings, wenn sie versuchen, sie sich aus dem Pelz zu streifen und in die Pollenkörbchen an den Hinterbeinen zu transportieren. Entsprechend gelingt es den Hummeln meist nicht, Pollen ins Nest zu transportieren. Um eine gute Brutentwicklung zu gewährleisten, ist eine Zufütterung von (artfremdem) Pollen nötig.
  • Ob Blüten von Hummeln besucht wurden, kann leicht daran festgestellt werden, dass sich auf dem Stempel der weiblichen Blüte Pollenkörner befinden und die Staubgefäße der männlichen Blüte keinen oder weniger Pollen aufweisen.

 

NATUPOL Hummelkasten

  • Weil die Zucchiniblüte in ausreichendem Maße Nektar produziert, wird der Hummelkasten nur mit einer begrenzten Menge Zuckerlösung geliefert.
  • Die Nektarproduktion der Zucchiniblüte kann so groß sein, dass im Hummelnest große Nektarvorräte angelegt werden. In diesem Fall ist es empfehlenswert, den Hummelkasten tagsüber nach der Blüte (siehe Biologie) zu schließen (BEEHOME). Auf diese Weise wird verhindert, dass Hummeln den restlichen Tag über außerhalb des Gewächshauses nach Futter suchen und so viele Vorräte anhäufen, dass am nächsten Morgen wenig Grund zum Besuch weiterer Zucchiniblüten besteht.
  • Weil Hummeln den Pollen der Zucchini zur eigenen Versorgung kaum verwenden können, wird Pollen mit dem Hummelkasten mitgeliefert. Dieser muss den Hummeln tagsüber zugefüttert werden.

 

Einsatzplanung

  • Für die Bestäubung der Zucchini kommen normalerweise N-Kolonien zum Einsatz. Eine N-Kolonie umfasst bei Lieferung zwischen 50 und 60 Arbeiterinnen und hat eine Lebensdauer von 8 bis 12 Wochen.
  • 1 Hummelkasten deckt ein Bestäubungsareal von rund 2.000 m2 ab. Für kleinere Flächen kann nach Rücksprache mit Ihrem Berater ein anderer Kastentyp eingesetzt werden.


Aufstellung und Gebrauch

  • Den Hummelkasten 0,5 bis 1 Meter über dem Boden an einem vor Sonneneinstrahlung und Kondens- bzw. Regenwasser geschützten Ort aufstellen. In der Winterperiode kann eine Aufstellung in der Sonne sinnvoll sein. Den Kasten nicht zwischen Blattwerk aufstellen!
  • Etwaige CO2-Zufuhr in unmittelbarer Umgebung des Hummelkastens unterbinden.
  • Der Hummelkasten ist vor eindringenden Ameisen zu schützen.
  • Dem Hummelvolk nach Aufstellung vor dem Öffnen der Ausflugöffnung(en) etwas Zeit (½ - 1 Stunde) zur Beruhigung geben.
  • Die Ausflugöffnung öffnen, wenn die Lüftungsfenster geschlossen sind (später Nachmittag). Hierdurch wird verhindert, dass Hummeln auf ersten Orientierungsflügen das Gewächshaus verlassen und verloren sind.
  • Nach den ersten Orientierungsflügen beginnen die Hummeln sofort mit der Bestäubung der Pflanzen.
  • Sie sind in der Regel vor allem morgens und nachmittags aktiv. Ihre Aktivität ist darüber hinaus vom Blühverhalten der Pflanze abhängig.
  • Hummeln sind bei einer Temperatur von 10 bis 30 Grad Celsius aktiv, idealerweise bei 15 bis 25 Grad.

 

Pflanzenschutz

  • Der kombinierte Einsatz von Hummeln und Nützlingen ist unproblematisch.
  • Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel haben im Allgemeinen eine direkte oder indirekte Wirkung auf Hummeln. Direkt durch das Absterben von Arbeiterinnen und Larven durch Kontakt oder Aufnahme von Mitteln und indirekt, wenn Blüten für Hummeln nach der Behandlung durch ihren Geruch abstoßend sind und nicht mehr besucht werden.
  • Systemische Pflanzenschutzmittel (Mittel, die über die Wurzeln aufgenommen werden) wirken häufig langfristig nach. Produziert die Blüte neben Pollen auch Nektar (zum Beispiel Paprika), kann die schädliche Wirkung noch stärker ausfallen als bei Kulturen, die lediglich Pollen produzieren (zum Beispiel Tomate).
  • Für eine Übersicht über die chemischen Pflanzenschutzmittel, ihre Wirkung und unsere Empfehlungen in Bezug auf den kombinierten Hummeleinsatz verweisen wir auf unsere Online-Datenbank über Seiteneffekte Neveneffectendatabase On-line.
  • Vor der Durchführung von Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen ist in jedem Fall die BEEHOME-Funktion des Hummelkastens zu aktivieren. Mit ihrer Aktivierung können Hummeln in den Kasten EIN-, aber nicht mehr AUSfliegen. Nach ca. 1 Stunde kann der Kasten komplett geschlossen werden, um ihn abzudecken oder aus dem Gewächshaus zu entfernen.
  • Den Hummelkasten bei vorübergehender Entfernung aus dem Gewächshaus vorzugsweise bei einer Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad Celsius zu lagern.
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