Erläuterungen zur Seiteneffekt-Datenbank
Die Datenbankinformationen sollen bei der kombinierten Anwendung von chemischen Bekämpfungsmaßnahmen und biologischem Pflanzenschutz bzw. natürlicher Bestäubung als Richtschnur dienen. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall/bei Unklarheiten Ihren Berater.
Setzen Sie ausschließlich gesetzlich zugelassene Pflanzenschutzmittel ein. Informationen über die in den Niederlanden zugelassenen Pflanzenschutzmittel erhalten Sie auf der Seite www.ctb-wageningen.nl. Lesen Sie vor dem Einsatz die Hinweise auf der Verpackung.
Kontaktaufnahme
Die Datenbank wird regelmäßig aktualisiert. Bei Fragen bzw. fehlenden Angaben oder Erfahrungen, die sich von den Datenbankinformationen deutlich unterscheiden, können Sie uns per E-Mail unter info(at)koppert.nl kontaktieren.
Interpretation der Daten
Die Daten basieren auf einmaliger Anwendung des jeweiligen Schädlingsmittels in der zulässigen Dosierung. Eine höhere Dosierung und/oder wiederholte Anwendung kann die Wirkung auf natürliche Feinde und Bestäuber potenzieren. Bei der Verdampfung von Schwefel ist die Wirkung in hohem Maße von der durch den Verdampfer erzeugten Stoffdichte, der Anwendungsdauer und der Ventilation im Gewächshaus abhängig.
(Mäßig) gefährliche Pflanzenschutzmittel mit einer kurzen Wirkdauer können unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz kommen: zur chemischen Bekämpfung von Krankheitsherden, oder vor der Ausbringung natürlicher Feinde oder Bestäuber in der Kultur.
Die Effizienz von Hypoaspis spp. und ausgebrachten Bodennematoden wird vor allem durch die Bodenanwendung chemischer Pflanzenschutzmittel beeinflusst. Wenn keine spezifischen Daten zur Bodenanwendung eines Pestizids angegeben sind, finden Sie Informationen zu den Seiteneffekten bei der Spritzapplikation des jeweiligen Mittels.
Durch die Zerstäubung von Produkten wird die Entwicklung vieler natürliche Feinde und Bestäuber gehemmt, warum vom Einsatz entsprechender Präparate stark abgeraten wird.
Seiteneffekte auf natürliche Feinde
Pflanzenschutzmittel können unmittelbare Seiteneffekte hervorrufen, indem zum Beispiel Eier absterben oder aus Eiern bzw. Puppen keine Larven schlüpfen. Sie können sich aber auch indirekt in der Kultur auswirken, indem sich zum Beispiel die Zahl der von natürlichen Feinden abgelegten Eier vermindert oder das Mittel zu Problemen bei der Häutung oder Krankheitsabwehr führt. Sowohl die direkte als auch die indirekte Wirkung wird bei der Beurteilung der Seiteneffekte berücksichtigt.
Die Wirkung von Pestiziden auf natürliche Feinde ist in vier Kategorien (1 bis 4) unterteilt, je nachdem, inwieweit die Effizienz des Nützlings durch das Pflanzenschutzmittel beeinträchtigt wird.
Symbol/Kategorie | Beeinträchtigung der Schädlingskontrolle |
| < 25 % |
| 25 - 50 % |
| 50 - 75 % |
| > 75 % |
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HINWEIS: Es geht hier um die Unbedenklichkeit für natürliche Feinde, nicht die Sicherheit für den Anwender!
Rückstandswirkung (Persistenz)
Einige Pflanzenschutzmittel haben noch eine bestimmte Zeit nach der Anwendung eine schädliche Wirkung. Für natürliche Feinde ist diese Wirkzeit, also der Zeitraum, innerhalb dessen das Mittel für natürliche Feinde schädlich ist, in Wochen angegeben. Erst nach Ablauf des angegebenen Zeitraums kann der entsprechende Parasit bzw. Prädator (wieder) erfolgreich in der Kultur eingesetzt werden. Die Wirkzeit gilt insbesondere für Kulturbedingungen, wie sie zum Beispiel in nordwesteuropäischen Gewächshäusern vorherrschen. Unter wärmeren und helleren Zuchtbedingungen oder in Freilandkulturen ist die Wirkzeit im Allgemeinen kürzer.
Sind in Bezug auf die Wirkzeit keine Informationen bekannt, ist dies durch ein Fragezeichen kenntlich gemacht.
Seiteneffekte auf Hummeln
Die Wirkung der Pestizide auf Hummeln ist in vier Kategorien unterteilt, unter denen sich Anwendungshinweise für den Einsatz des jeweiligen Pflanzenschutzmittels finden.
Beehome
Der Hummelkasten besitzt zwei Fluglöcher. Eines ist mit dem so genannten Beehome-System ausgestattet: Mit ihm können die Hummeln einfliegen, aber nicht mehr ausfliegen. Durch das andere Flugloch kann in beide Richtungen geflogen werden. Mit diesem System ist es möglich, die Hummeln zu jedem gewünschten Zeitpunkt schnell im Kasten zu sammeln, zum Beispiel bei Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Schließen Sie in diesem Fall das Flugloch für den Zweirichtungsverkehr. Alle Hummeln kehren innerhalb von zwei Stunden in den Hummelkasten zurück. Anschließend kann der Hummelkasten abgeschlossen und erforderlichenfalls außerhalb des Gewächshauses aufgestellt werden.
Keine Maßnahme
Die Anwendung des Pflanzenschutzmittels ist ohne besondere Schutzmaßnahmen möglich.
Abdecken
Sorgen Sie dafür, dass alle Hummeln in den Beehome Hummelkasten zurückfliegen. Decken Sie alle Kästen vor der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sorgfältig ab. Entfernen Sie nach dem Einsatz das Abdeckmaterial und öffnen Sie das Flugloch.
Entfernen
Sorgen Sie dafür, dass alle Hummeln in den Hummelkasten zurückfliegen. Entfernen Sie den Hummelkasten vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus dem Gewächshaus. Bringen Sie die Hummelvölker nach Ablauf des angegebenen Zeitraums (bei trockener Kultur) an den ursprünglichen Standort zurück. Vorher für eine gute Lüftung des Gewächshauses sorgen.
Kein kombinierter Einsatz
Das Pestizid eignet sich nicht für den kombinierten Einsatz mit Hummeln.
Wirkung nicht bekannt
Rückstandswirkung (Persistenz)
Die Wirkzeit eines Pflanzenschutzmittels auf Hummeln ist in Tagen angegeben, während derer die Hummeln außerhalb der Kultur belassen werden sollen. Erst nach Ablauf des angegebenen Zeitraums sind die Rückstände hinlänglich abgebaut und keine schädlichen Wirkungen auf Hummeln mehr zu erwarten. Entfernen Sie die Hummelkästen nie länger als 3 Tage aus der Kultur, weil dann ein Teil der Blüten nicht mehr bestäubt wird. Außerdem ergibt sich dadurch ein Pollenmangel, durch den Hummellarven verhungern. In entsprechenden Fällen ist in der Regel die Aufstellung neuer Hummelkästen erforderlich.
Die Wirkzeit gilt insbesondere für Kulturbedingungen, wie sie zum Beispiel in nordwesteuropäischen Gewächshäusern vorherrschen. Unter wärmeren und helleren Zuchtbedingungen oder in Freilandkulturen ist die Wirkzeit im Allgemeinen kürzer. Sind in Bezug auf die Wirkzeit keine Informationen bekannt, ist dies durch ein Fragezeichen kenntlich gemacht.
Haftung
Koppert liefert die Datenbankinformationen über Seiteneffekte auf natürliche Feinde und Bestäuber nach bestem Wissen. Weil Koppert auf die Einsatzbedingungen und Anwendungsmethoden von Pflanzenschutzmitteln keinen Einfluss hat, kann für die Erreichung bestimmter Ergebnisse keine Garantie und für etwaige (Folge-)Schäden, die durch Nutzung der Datenbankinformationen für Seiteneffekte entstehen, keine Haftung übernommen werden. Halten Sie sich bei Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel stets an die gesetzlichen Vorschriften.
Informationsquellen
Die Datenbankinformationen wurden wie folgt erhoben bzw. entstammen folgenden Quellen:
- Versuchsergebnisse von Koppert B.V.
- Freilanderfahrungen von Koppert-Repräsentanten weltweit (vor allem in Bezug auf Informationen zur Wirkzeit)
- Untersuchungsergebnisse der IOBC-Arbeitsgruppe „Pesticides and beneficial organisms“ (Internationale Organisation für biologische Schädlingsbekämpfung)
- Berichte von (internationalen) Forschungseinrichtungen
- Hersteller von Pflanzenschutzmitteln


