Behandlung von Hummelstiche und Allergien


In den vorliegenden Informationen erfahren Sie, wie Sie die Gefahr, von einer Hummel gestochen zu werden, reduzieren können sowie mögliche Reaktionen und Behandlungen nach einem Hummelstich.

Das Poster für die Hummelstiche und Allergien steht hier als Download für Sie bereit.

1. Stiche durch Hummeln, Wespen oder Bienen

Hummeln kommen in vielen Ländern von Natur aus vor. Darüber hinaus werden Hummeln und Bienen im Garten- und Ackerbau als Bestäuber eingesetzt. Es gibt viele verschiedene Sorten, die sich in ihren äußeren Merkmalen, wie beispielsweise dem Farbmuster, unterscheiden können. Im Allgemeinen sind Hummeln größer als Bienen und behaarter als Wespen.

Bei Hummeln haben genau wie bei Bienen und Wespen nur die Königinnen und Arbeiterinnen einen Stachel. Die Drohnen (Männchen) besitzen einen solchen nicht. Der so genannte Wehrstachel dient der Verteidigung. Kommt es zum Stich, wird über den Stachel eine geringe Menge Gift in den Körper gepumpt. Beim Menschen führt dies meist zu einem kürzeren, starken Schmerz, der schon bald wieder abklingt. Einige Menschen (ca. 1 Prozent) reagieren auf das Stichgift jedoch allergisch.
Die Reaktion auf einen Hummelstich kann pro Vorfall unterschiedlich ausfallen.

Der Hummel- und Wespenstachel hat keine Widerhaken, weshalb Arbeiterinnen und Königinnen den Stachel wieder zurückziehen und unter Umständen erneut stechen können. Der Stachel der Honigbiene hingegen weist Widerhaken auf. Wenn eine Biene versucht, den Stachel zurückzuziehen, wird dieser zusammen mit der Giftblase aus dem Hinterleib gerissen.

2. Wie kann man sich vor Hummelstichen schützen?

Hummeln stechen nur selten. Wer mit Hummeln in Berührung kommt, kann die Gefahr, gestochen zu werden, reduzieren, indem er verhindert, dass die Hummeln aggressiv werden.
In erster Linie kommt es darauf an, mit den Hummeln ruhig umzugehen. Das bedeutet unter anderem, nicht nach ihnen zu schlagen und nicht gegen den Nistkasten zu stoßen, die Hummeln nicht in die Hand nehmen etc.

Außerdem können Hummeln aggressiv auf zu viele Gerüche reagieren, wie zum Beispiel Alkohol, Schweiß, Parfüm, parfümierte Seife, Aftershave usw. Auch Ringe, Armbänder und Uhren können sie aggressiv stimmen (was insbesondere auf den Geruch des oxidierten Materials zwischen Haut und Ring, Armband sowie Uhr zurückzuführen ist). Hummeln werden von der Farbe Blau angezogen, auch von (hell)blauer Kleidung. Das Tragen von Schutzkleidung verringert die Gefahr, gestochen zu werden. Ein Hummelstich kann durch die Kleidung hindurchdringen.

3. Gestochen? Mögliche Reaktionen und Behandlung

3.1. Lokale (nicht allergische) Reaktion

Normalerweise tritt nach dem Stich rund um die Einstichstelle eine Schwellung auf. Dabei handelt es sich um eine örtlich begrenzte, nicht allergische Reaktion. Der geschwollene Bereich ist gerötet und juckt. Die Reaktion kann sofort eintreten, zeigt sich meist jedoch erst mehrere Stunden nach dem Stich. Die Schwellung und der Juckreiz können mehrere Stunden und manchmal auch Tage anhalten. In einigen Fällen kann ein größerer Hautbereich um die Einstichstelle reagieren; dann dauert es entsprechend länger, bis die Schwellung sich zurückbildet. Auch dies ist noch eine lokal begrenzte, nicht allergische Reaktion.

3.1.1. Behandlung einer lokal begrenzten (nicht allergischen) Reaktion Eine medizinische Behandlung ist in diesem Fall nicht notwendig. Trotzdem können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um die örtliche Reaktion zu mildern, insbesondere wenn sich die Einstichstelle an einer empfindlichen Körperstelle wie zum Beispiel an den Augen befindet. So sollte möglichst schnell nach dem Stich ein entzündungshemmendes Mittel (wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Ibuprofen) eingenommen werden. Auch kann die Einstichstelle mit kalten Kompressen gekühlt werden. Darüber hinaus sind in der Apotheke Juckreiz stillende Salben erhältlich (zum Beispiel Azaron mit dem Wirkstoff Diethyl-m-Toluamid).

In dem seltenen Fall, dass in Mund oder Rachen gestochen wurde, ist die unverzüglich Fahrt ins Krankenhaus notwendig, weil es zu einer Blockierung der Luftwege kommen kann. Im Krankenhaus werden unter anderem Corticosteroide (zum Beispiel Prednison) verabreicht und der Patient wird zur Beobachtung da behalten

3.2. Allergische Reaktion Nur ungefähr 1 Prozent der Bevölkerung zeigt nach wiederholten Stichen (manchmal schon beim zweiten oder dritten Stich) eine allergische Reaktion, die auch als generalisierte, systemische oder anaphylaktische Reaktion bezeichnet werden kann. Weil bei einer allergischen Reaktion Antikörper aktiviert werden, die bei einem früheren Stich gebildet wurden, kann eine allergische Reaktion nie beim allerersten Stich auftreten. Allergische Reaktionen treten meist kurz nach dem Stich zutage (innerhalb der ersten Sekunden bis zu einer halben Stunde später).

Die allergische Reaktion wird in vier Schweregrade unterteilt. Dieser nimmt von 1 nach 4 zu:
Grad 1 – Juckreiz, Hautrötung und Schwellungen (Nesselausschlag - Urtikaria) am gesamten Körper
Grad 2 – zusätzlich zu den Symptomen von Grad 1 Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Durchfall)
Grad 3 – zusätzlich zu Symptomen von Grad 1 und/oder 2 Atemnot und/oder Erstickungsangst
Grad 4 – zusätzlich zu Symptomen von Grad 1 und/oder 2 und/oder 3 Herzrasen, Bewusstlosigkeit und anaphylaktischer Schock (mit Schwindel, starkem Schwitzen und Frösteln.

3.2.1. Behandlung einer allergischen Reaktion

Konsultieren Sie bei Fieber oder einer Reaktion ersten Grades den Hausarzt. Dieser kann beschließen, abzuwarten. Eine Beobachtung im Krankenhaus ist ratsam, weil die Reaktion im weiteren Zeitverlauf an Intensität zunehmen kann.

Bei Erbrechen, doch auch unbedingt bei Beschwerden von Grad 3 und 4, ist der unverzügliche Transport ins Krankenhaus erforderlich.
Bei Auftreten einer allergischen Reaktion ist die Gabe eines Antihistamins (zum Beispiel Clemastin / Tavegil) sinnvoll, das nur auf Rezept erhältlich ist. Dadurch werden Schwellungen bekämpft, die durch das im Gift enthaltene Histamin verursacht werden. Manchmal werden auch Corticosteroide (zum Beispiel DAF / Dexamethason) verschrieben. Bei Reaktionen dritten und vierten Grades ist es erforderlich, zuallererst Adrenalin zu verabreichen. stimuliert das Herz, verengt die Blutgefäße und erweitert die Luftwege. Ein Adrenalin-Autoinjektor ist nur auf Rezept erhältlich und wird von Ärzten zum Beispiel nach einer vorausgegangenen allergischen Reaktion auf einen Hummelstich verordnet. In Betrieben, die mit Hummeln arbeiten, steht unter Umständen, je nach lokaler Gesetzgebung, ein Adrenalin-Autoinjektor zur Verfügung.

3.3. Toxische Reaktionen
Eine toxische Reaktion kann auftreten, wenn man innerhalb kurzer Zeit einige dutzend Mal gestochen wird. Allgemeinreaktionen des Nervensystems und/oder Herz-Kreislaufsystems (Herzrhythmusstörungen, Atemnot) können die Folge sein. Auch in einem solchen Fall muss die Person zur Beobachtung und zur Ergreifung unterstützender Maßnahmen ins Krankenhaus gebracht werden.

3.4. Hyperventilation Neben einer starken allergischen Reaktion (Grad 4) kann eine schreckbedingte Hyperventilation zu Bewusstlosigkeit führen. Auch in diesem Fall ist der Notarzt zu alarmieren.

4. Erhöhtes Risiko Bei Einnahme bestimmter Medikamente, so genannter Betablocker, wie auch bei Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko, nach einem Hummelstich eine allergische Reaktion zu zeigen.

5. Mit einer Hummelallergie leben Wer auf einen Hummelstich allergisch reagiert hat, muss nicht zwangsläufig bei einem Folgestich erneut allergisch reagieren. Insbesondere bei allergischen Reaktionen ersten oder zweiten Grades ist die Wahrscheinlichkeit gering. Die Reaktion auf einen Hummelstick kann je nach Fall unterschiedlich sein. Mittlerweile kann man einen Test mit gereinigtem Hummelgift durchführen lassen, um festzustellen, ob man bei einem Folgestich erneut mit einer allergischen Reaktion rechnen muss. Das gereinigte Gift kann auch für eine Desensibilisierungsbehandlung verwendet werden.


Die Hyposensibilisierungskur/Immuntherapie gegen Hummelgift bietet nicht unbedingt auch Schutz vor dem Gift von Bienen und Wespen. Umgekehrt bietet eine Hyposensibilisierungskur/Immuntherapie gegen Bienengift nicht automatisch auch Schutz gegen das Gift von Hummeln.
Eine entsprechende Kur zielt darauf ab, den Körper gegen Hummelgift unempfindlich zu machen. Wer keine Desensibilisierungsbehandlung durchführen lassen möchte, kann sich ein Rezept für einen Adrenalin-Autoinjektor (beispielsweise den EpiPen oder Jext) besorgen. Dies ist ein Autoinjektor, den man bei sich trägt und mit dem nach einem Stich Adrenalin in den Oberschenkel gespritzt wird.
Allergietests und Desensibilisierungsbehandlungen werden unter anderem von der Abteilung Allergologie, RdGG (Dr. de Groot) am Standort Diakonessenhuis in Voorburg durchgeführt.

6. Informationen für Ärzte Ausführliche Informationen darüber, wie allergische Reaktionen ärztlich behandelt werden, erhalten Sie bei Koppert auf Anfrage.
Wenden Sie sich für weiterführende Informationen an einen Allergologen oder Internisten.

Literatur
de Groot H.: Allergie voor insecten, Huisarts en Wetenschap 2002; 45 (7):362-7.
de Groot H.: Allergy to bumble bees. Curr Opin Allergy Clin Immunol 2006; 6:294-7.

Dieses Poster steht auch als Download zur Verfügung (URL).

Tipp: Vermerken Sie auf dem Poster die Kontaktangaben für medizinische Versorgung und den Notarzt.


Diese Hinweise dienen lediglich Informationszwecken und ersetzen auf keinen Fall die Beratung, Diagnose oder Behandlung eines Gesundheitsproblems durch einen Arzt. Wenn Sie ein Gesundheitsproblem haben oder vermuten, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt.