Erläuterungen zur Seiteneffekt-Datenbank

Die Datenbankinformationen sollen bei der kombinierten Anwendung von chemischen Bekämpfungsmaßnahmen und biologischem Pflanzenschutz bzw. natürlicher Bestäubung als Richtschnur dienen. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall/bei Unklarheiten Ihren Berater.

Setzen Sie ausschließlich gesetzlich zugelassene Pflanzenschutzmittel ein und lesen Sie vor Gebrauch die Hinweise auf dem Verpackungsetikett.

Nebenwirkungen auf natürliche Feinde

Pflanzenschutzmittel können unmittelbare Nebenwirkungen hervorrufen, indem zum Beispiel Eier absterben oder aus Eiern bzw. Puppen keine Larven schlüpfen. Sie können sich aber auch indirekt in der Kultur auswirken, indem sich zum Beispiel die Zahl der von natürlichen Feinden abgelegten Eier vermindert oder das Mittel zu Problemen bei der Häutung oder Krankheitsabwehr führt. Sowohl die direkte als auch die indirekte Wirkung wird bei der Beurteilung der Nebenwirkungen berücksichtigt.

Die Daten basieren auf einmaliger Anwendung des jeweiligen Schädlingsmittels in der zulässigen Dosierung. Eine höhere Dosierung und/oder wiederholte Anwendung kann die Wirkung auf natürliche Feinde und Bestäuber potenzieren. Die von Ihnen gewählten Mittel können eine andere Formel oder Wirkstoffkonzentration haben als das getestete Produkt. Daher können die Wirkungen abweichen.

Die Wirkung von Pestiziden auf natürliche Feinde ist in vier Kategorien (1 bis 4) unterteilt, je nachdem, inwieweit die Effizienz des Nützlings durch das Pflanzenschutzmittel beeinträchtigt wird.

Symbole, die die Mortalität, die Toxizität oder die Verringerung der Effizienz darstellen:

 Ungefährlich bis leicht gefährlich < 25 %

 Mäßig gefährlich 25 - 50 %

 Gefährlich 50 - 75 %

 Sehr gefährlich > 75 %

Wenn kein Symbol angegeben ist, ist die Wirkung nicht bekannt.

HINWEIS: Es geht hier um die Unbedenklichkeit für natürliche Feinde, nicht die Sicherheit für den Anwender!

Rückstandswirkung (Persistenz) auf natürliche Feinde

Viele Pflanzenschutzmittel haben noch eine bestimmte Zeit nach der Anwendung eine schädliche Wirkung. Für natürliche Feinde ist diese Wirkzeit, also der Zeitraum, innerhalb dessen das Mittel für natürliche Feinde schädlich ist, in Wochen angegeben. Erst nach Ablauf des angegebenen Zeitraums kann der entsprechende Parasit bzw. Prädator (wieder) erfolgreich in der Kultur eingesetzt werden. Der angegebene Zeitraum gilt für eine einzelne Anwendung in der auf dem Etikett genannten Dosierung; bei mehr Anwendungen wird die Rückstandswirkung oft länger andauern. Wenn keine Informationen angegeben sind, ist die Rückstandswirkung unbekannt. Die Wirkzeit gilt insbesondere für Kulturbedingungen, wie sie zum Beispiel in nordwesteuropäischen Gewächshäusern vorherrschen. Unter wärmeren und helleren Bedingungen ist die Wirkzeit im Allgemeinen kürzer. In Freilandkulturen ist die Wirkzeit zum Teil von der Niederschlagsmenge abhängig. Bei einigen Pflanzenschutzmitteln wurde festgestellt, dass sich die Wirkzeit nach dem Niederschlag verlängerte.

(Mäßig) gefährliche Pflanzenschutzmittel mit einer kurzen Wirkdauer können manchmal dennoch zum Einsatz kommen: zur chemischen Bekämpfung von Krankheitsherden oder vor der Ausbringung natürlicher Feinde in der Kultur.

Anwendung und Interpretation der Daten

  • Bodenorganismen: Die Effizienz von Bodenraubmilben oder Bodennematoden wird vor allem durch die Bodenanwendung von chemischen Pestiziden (Angießen oder Tränken) beeinflusst. Wenn keine spezifischen Daten zur Bodenanwendung (Angießen oder Tränken) des Pflanzenschutzmittels angegeben sind, finden Sie Informationen zu den Nebenwirkungen bei der Spritzapplikation des betreffenden Mittels.

  • Schwefel: Bei der Verdampfung von Schwefel ist die Wirkung in hohem Maße von der durch den Verdampfer erzeugten Stoffdichte, der Anwendungsdauer und der Ventilation im Gewächshaus abhängig.

  • Zerstäuben: Durch das Zerstäuben von chemischen Pflanzenschutzmitteln wird die Entwicklung vieler natürlicher Feinde und Bestäuber gehemmt, so dass dringend hiervon abgeraten wird. 

Nebenwirkungen auf Hummeln

Alle Ergebnisse zu Nebenwirkungen auf Hummeln wurden mit B. terrestris erzielt. Möglicherweise können die Nebenwirkungen bei anderen Hummelarten leicht abweichen. Die Wirkung der Pestizide auf Hummeln ist in 4 Kategorien unterteilt, unter denen sich Anwendungshinweise für den Einsatz des jeweiligen Pflanzenschutzmittels finden. Zum Abdecken und Entfernen verwenden Sie die Beehome-Funktion des Hummelkastens.

Beehome

Der Hummelkasten besitzt zwei Flugöffnungen. Eine ist mit dem so genannten Beehome-System ausgestattet: Mit ihm können die Hummeln einfliegen, aber nicht mehr ausfliegen. Durch das andere Flugloch kann in beide Richtungen geflogen werden. Mit diesem System ist es möglich, die Hummeln zu jedem gewünschten Zeitpunkt schnell im Kasten zu sammeln, zum Beispiel bei Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Schließen Sie in diesem Fall das Flugloch für den Zweirichtungsverkehr. Alle Hummeln kehren innerhalb von zwei Stunden in den Hummelkasten zurück. Anschließend kann der Hummelkasten abgeschlossen und erforderlichenfalls außerhalb der Kultur aufgestellt werden. 

  • Keine Maßnahme:  
    Die Anwendung des Pflanzenschutzmittels ist ohne besondere Schutzmaßnahmen möglich.
  • Abdecken:
    Sorgen Sie mithilfe von Beehome dafür, dass alle Hummeln in den Hummelkasten zurückfliegen. Decken Sie alle Kästen vor der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sorgfältig ab. Entfernen Sie nach dem Einsatz das Abdeckmaterial und öffnen Sie das Flugloch.
  • Entfernen:  
    Sorgen Sie mithilfe von Beehome dafür, dass alle Hummeln in den Hummelkasten Zurückfliegen. Entfernen Sie den Hummelkasten vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus der Kultur bzw. dem Gewächshaus. Bringen Sie die Hummelvölker nach Ablauf des angegebenen Zeitraums (bei trockener Kultur) an den ursprünglichen Standort zurück. Vorher für eine gute Lüftung des Gewächshauses sorgen.
  • Kein kombinierter Einsatz:  
    Das Pestizid eignet sich nicht für den kombinierten Einsatz mit Hummeln.

Wenn kein Symbol angegeben ist, ist die Wirkung nicht bekannt. 

Rückstandswirkung (Persistenz) auf Hummeln

Die Wirkzeit eines Pflanzenschutzmittels auf Hummeln ist in Tagen angegeben, während derer die Hummeln außerhalb der Kultur belassen werden sollen. Erst nach Ablauf des angegebenen Zeitraums sind die Rückstände hinlänglich abgebaut und keine schädlichen Wirkungen auf Hummeln mehr zu erwarten. Wenn keine Informationen angegeben sind, ist die Rückstandswirkung unbekannt.

Entfernen Sie die Hummelkästen nie länger als 3 Tage aus der Kultur, da dann ein Teil der Blüten nicht mehr bestäubt wird. Außerdem ergibt sich dadurch ein Pollenmangel, durch den Hummellarven verhungern. In entsprechenden Fällen ist in der Regel die Aufstellung neuer Hummelkästen erforderlich.

Die Wirkzeit gilt insbesondere für Kulturbedingungen, wie sie zum Beispiel in nordwesteuropäischen Gewächshäusern vorherrschen. Unter wärmeren und helleren Bedingungen ist die Wirkzeit im Allgemeinen kürzer. In Freilandkulturen ist die Wirkzeit zum Teil von der Niederschlagsmenge abhängig. Bei einigen Pflanzenschutzmitteln wurde festgestellt, dass sich die Wirkzeit nach dem Niederschlag verlängerte. Hummeln besuchen auch benachbarte Kulturen, die eventuell mit schädlichen Mitteln behandelt worden sind, so dass es zu negativen Auswirkungen kommen kann.

Kontaktaufnahme

Die Datenbank wird regelmäßig aktualisiert. Wenn Sie Fragen zu fehlenden Angaben haben oder Erfahrungen gemacht haben, die deutlich von den Angaben in der Datenbank abweichen, kontaktieren Sie uns per E-Mail an sideeffects@spam-protectkoppert.com.

Informationsquellen

Die Angaben in dieser Datenbank beruhen auf verschiedenen Informationsquellen:

  • Versuchsergebnisse von Koppert B.V.
  • Freilanderfahrungen von Koppert-Repräsentanten weltweit (vor allem in Bezug auf Informationen zur Wirkzeit)
  • Forschungsergebnisse der IOBC-Arbeitsgruppe „Pesticides and beneficial organisms“ (Internationale Organisation für biologische Schädlingsbekämpfung)
  • Berichte von (internationalen) Forschungseinrichtungen
  • andere Quellen wie Website der IOBC oder von IPM Impact
  • Hersteller von Pflanzenschutzmitteln

Haftung und Eigentum

Koppert liefert die Datenbankinformationen über Nebenwirkungen auf natürliche Feinde und Bestäuber nach bestem Wissen. Da Koppert auf die Einsatzbedingungen und Anwendungsmethoden von Pflanzenschutzmitteln keinen Einfluss hat, kann für die Erreichung bestimmter Ergebnisse keine Garantie und für etwaige (Folge-)Schäden, die durch Nutzung der Datenbankinformationen über Nebenwirkungen entstehen, keine Haftung übernommen werden. Halten Sie sich bei Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel stets an die gesetzlichen Vorschriften.

Die Webanwendung ist Eigentum von Koppert. Alle Urheberrechte und sonstigen Rechte am geistigen Eigentum des Inhalts der Website, einschließlich Texten, Layouts, Bildern, Logos und Tönen, liegen bei Koppert oder dem jeweiligen Lizenzgeber. Inhalte der Website dürfen ohne vorherige schriftliche Genehmigung durch Koppert weder vervielfältigt noch verändert oder veröffentlicht werden. Der Benutzer darf die Website jedoch zum eigenen oder internen Gebrauch herunterladen und/oder ausdrucken.