Es begann alles mit einem Stock, einem Spinnennest und einem neugierigen Jungen, der die andalusische Landschaft erkundete. Von klein auf war José Eduardo Belda (Innovation Manager Southern Europe) von Insekten fasziniert - eine Leidenschaft, die durch seinen Vater geweckt wurde, der es liebte, Käfer in ihrem natürlichen Lebensraum zu filmen. Diese Faszination führte dazu, dass José sich ein Leben lang der Entomologie widmete und schließlich eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des biologischen Pflanzenschutzes in Spanien einnahm.
Eine Leidenschaft für Insekten - und ein Neuanfang in Almeria
Nach seinem Biologiestudium in Granada mit dem Schwerpunkt Entomologie zog José aus familiären Gründen nach Almeria. Dort lernte er die intensive Gewächshauslandwirtschaft der Region und die für ihn neue Welt der Kulturpflanzenschädlinge kennen. Es war die perfekte Umgebung für jemanden, der seine wissenschaftliche Neugier auf reale Herausforderungen des Pflanzenbaus anwenden wollte.
Zunächst arbeitete er in einem staatlichen Labor der Junta de Andalucía. Doch als Koppert nach einem Forschungsleiter suchte, sah er eine Gelegenheit, die perfekt zu seinem wachsenden Interesse an der biologischen Bekämpfung von Schädlingen passte. "Koppert war das Unternehmen, das bei der Biokontrolle in Spanien Pionierarbeit geleistet hat. Es war innovativ, wissenschaftlich und praxisorientiert - und ich wusste, dass ich ein Teil davon sein wollte."
Der Durchbruch von Swirski-Mite veränderte alles
Eines seiner ersten und folgenreichsten Projekte bei Koppert war die Einführung von Amblyseius swirskii zur Bekämpfung von Weißen Fliegen und Thripse in den Gewächshäusern von Campo de Cartagena und Almeria - zwei Schädlinge, die mit chemischen Mitteln kaum noch zu bekämpfen waren. Die Resistenz gegen Pestizide war groß, und die Vorschriften für Wirkstoffe wurden immer strenger.
Innerhalb weniger Jahre entwickelten er und sein Team ein zuverlässiges, bewährtes Bekämpfungsprotokoll auf der Grundlage von Amblyseius swirskii und Orius. Das war ein Wendepunkt. "Zum ersten Mal boten Raubmilben eine funktionierende, skalierbare Lösung für Anbauer - und das löste einen echten Mentalitätswandel in Almeria aus."
Das Einsatzgebiet wächst und wächst: Erdbeeren, Zitrusfrüchte und mehr
Der Erfolg von Swirski-Mite öffnete die Tür zu weiteren Anwendungsgebieten, von Gewächshäusern bis hin zum Freilandanbau. Das Team entwickelte Protokolle zur Bekämpfung von Spinnmilben in Erdbeeren mit Hilfe von Phytoseiulus persimilis - genau der Art, die den Durchbruch von Koppert Jahrzehnte zuvor ausgelöst hatte.
Das war aber noch nicht alles. Im Zitrusanbau wurde die chemische Bekämpfung von Gemeinen Spinnmilben ersetzt durch die Raubmilbe Amblyseius californicus - vermarktet als Spical. Dies setzte einen Meilenstein bei der Ausweitung der biologischen Kontrolle über das Gewächshaus hinaus. In den letzten Jahren hat das Team zwei weitere mächtige Verbündete eingeführt: Amblydromalus limonicus und Transeius montdorensis. Diese Raubmilben bilden nun das Rückgrat von Protokollen zur Bekämpfung invasiver Schädlinge wie Thrips parvispinus und Scirtothrips in Paprika.
Die Wirksamkeit von Raubmilben und die Rolle der Forschung
Warum Raubmilben? Die Antwort liegt in ihrer Wirksamkeit, Anpassungsfähigkeit und dem Vermögen, sich langfristig in Kulturpflanzen zu etablieren. Anders als Parasitoide können Raubmilben die ganze Saison über aktiv bleiben, selbst unter schwierigen Bedingungen. Diese Zuverlässigkeit hat sie zum Eckpfeiler vieler Strategien der integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) in der Region gemacht.
Hinter diesen Erfolgen steht ein solides Fundament an Forschung. Von Laboruntersuchungen über experimentelle Gewächshäuser bis hin zu kommerziellen Versuchen im großen Maßstab hat Koppert Spanien eine rigorose Strategie entwickelt, um sicherzustellen, dass jede Lösung unter den realen Bedingungen des Mittelmeerraums funktioniert.
"Unser Forschungsansatz ist klassisch, aber wirkungsvoll - vom Labor über das Gewächshaus bis zum Feld. Und wir haben auch die Formate angepasst, wie die Ulti-Mite Tüten, um Hitze und Feuchtigkeit zu widerstehen."
Blick in die Zukunft: Raubmilben in Freilandkulturen und globale Auswirkungen
Die Nachfrage nach biologischer Schädlingskontrolle bei Obstgehölzen und Kulturpflanzen im Freiland steigt rapide an. Und wieder einmal sind Raubmilben die Vorreiter. In einigen Kulturen und Regionen gibt es bereits natürliche Populationen von Raubmilben. Die Verstärkung dieser Populationen durch strategische Freisetzungen von unseren Raubmilben hat sich als sehr vielversprechend erwiesen. In Kombination mit mikrobiologischen Mitteln bilden diese Produkte eine immer stärkere Abwehr gegen Schädlinge - ohne die Nachteile von Chemikalien.
Der Einfluss der spanischen Forschungsabteilung in Almería und Águilas reicht inzwischen über Spanien hinaus. Was mit einem kleinen Team begann, das sich auf die Anpassung von Koppert-Lösungen an Kulturpflanzen im Mittelmeerraum konzentrierte, hat sich zu einem weltweit relevanten F&E-Zentrum entwickelt. "Unser Wachstum - in Bezug auf Mitarbeiter, Projekte und Know-how - ist auf den Erfolg der Raubmilben zurückzuführen. Sie waren der Schlüssel zum Aufbau eines Ökosystems zur biologischen Schädlingskontrolle, das für Anbauer in allen Klimazonen funktioniert."